Ich geb es zu, ich hab schreckliche Angst vor allem möglichen. Ich habe Angst vor HUNDEN, manchmal auch vor Katzen, im allgemeinen vor fast allen unberechenbaren Tieren..., desweitere ängstigt mich Höhe, Orientierungslosigkeit, und seit neuesten habe ich Angst vor alten Menschen.
Nicht das ich Angst vor meiner Oma hätte, aber vor der grauen gesichtslosen Masse von Rentern die ich jeden Tag im Bus beobachte, die schleppend mit gramerfüllten Gesicht durch die Gegend schlürfen... Dackelrüde Hasso(vor dem ich auch Angst habe, sogar noch mehr als vor den Greisen) ist der einzige der ihnen noch geblieben ist... Was denken diese 70-80 jährigen älteren Herrschaften eigentlich, denken sie die ganze Zeit, Arghhhh mein Leben ist vorbei, entsinnen sie Methoden mir meine Jugend zu klauen, oder denken sie die ganze Zeit an ihre Arthritis oder den Ischias???
Werd ich auch mal so enden, mit siebzig meine Falten mit Schminke überspachteln. schlecht gefärbte Haare in Lila oder Silbergrau, Kukident, und endlose Gespräche über Krankheiten führen (je mehr desto besser), kann ich dann mit meinem Rüdiger oder Heinz oder wie auch immer sie alle heißen mich durch die Stadt quälen, schnaufend, röchelnd?
Dabei will ich älterwerden, ja ich will irgendwann einmal Siebzig sein, vieleicht ein bisschen Frieden und Ruhe in mir gefunden haben, auf ein Leben zurückblicken können, zu spüren wie sich alles langsamer dreht... Halt die romantisch verklärte Sicht aufs Alter, und da passenden diese grauen verstaubten Gesichter nicht rein, die klauen mir irgendwie meine Romantik vom älterwerden und verbreiten Angst und Schrecken mit ihrem Geruch nach Verfall und Krankheiten, ihrer schlechten Laune, ihren Schimpftiraden auf die Jugend.... brrrr ganz ganz gruselig
Der Fairneshalber sei noch dazugesagt, das natürlich nicht alle alten Menschen so sind und das wir natürlich alle um Integration besorgt sein sollten!
Ja ich hab es genau beobachtet, Tschechen haben große Ohrläppchen. Sehr, sehr ausgeprägte Ohren und meistens Reklame, die zufäligerweise die Ohren versteckt. Warum wohl, hmmm egal. War jetzt eine Woche in der goldenen Stadt, und muss sagen, Prag ist ein Traum. Soviele niedliche verwinkelte Gässchen, der Bronzekopf Rudolf Deyls, billige Zigaretten, jeden Tag essen gehen, Mucha Mucha und noch mehr Mucha beziehungsweise Kafka, KAfka und nich zu vergessen KAFKA. Putzige Kneipen, lustige Sprache, wackelige Trams, Uflekobier und die ganze zeit Angst vor Taschendieben... Ja es war ein schöner, aber auch anstrengender Urlaub. Ist halt nicht ganz einfach bei vier Personen mit unterschiedlichen Interessen auf einen Nenner zu kommen, was die Tagesplanung anbelangt. Das schönste aber war das "Hotel". Sowas von keimig hab ich selten erlebt. Das ganze Bettzeugs war über und über bespränkelt mit lustigen Flecken in jeglicher Farbe. Bäh kotz würg. Da half es auch nich das der nette junge mann an der rezeption mir versprach das ich neue Bettwäsche kriege(es blieb beim versprechen, aber was solls, handtuch übers Kopfkissen und die welt ist schön). Und ich habe noch niie in meinem leben knalltürkisen Schimmel (auf den Wasserrohen im Badezimmer)gesehen, mit weißen Flocken abgesetzt, sehr sehr lecker. Aber man war ja eh den ganzen Tag in der Altstadt unterwegs und abends meistens eh so angeheitert, das einen das Ambiente nicht mehr so gestört hat;)
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hab ne recht interessante seite gefunden, obwohl interessant das falsche wort ist, irgendwie eher traurig oder beklemmend. ich find einen kommentar am Ende der Seite recht passend, am liebesten würde ich die ganzen menschen umarmen und ihnen sagen, das es ok ist ein mensch zu sein....
postsecrets
bin heute aufgewacht und dachte mir, hui, scheiß Tag! Der wird von vorne bis hinten und andersherum betrachtet einfach nur scheiße. Da wundert es mich auch nicht mehr sonderlich auf das Tilly Fleischer mit ihren betagten 93Jahren das zeitliche gesegnet hat oder am heutigen Tage im Jahre 1410 die Schlacht bei Tanneberg mit einer Niederlage des Deutschritterordens gegen das polnisch-litauische Heer endete.

manchmal hab ich das Gefühl, die ganze Welt erstickt mich mit ihrem Drang zu reden, sinnloses Zeug zu labern, einfach nicht miteinander schweigen zu können oder zu wollen oder wie auch immer. Allen purzeln Worte ohne Sinn und Verstand aus dem Mund, und verlieren sich im großen Teich der Belanglosigkeiten... Wie bei Fischen, der Mund öffnet sich und schließt sich wieder und es ist sowas von egal, ob da nun Luftblasen oder Sätze rauskommen. Hauptsache reden, sich mirteilen, sich bemerkbarmachen, "huhu liebe Welt da draußen ich bin da, ich habe etwas zu sagen!" Dabei ist nonverbale Kommunikation meist wesentlich aussagekräftiger,verbindender, emotionaler... wir haben Angst vor der scheinbar unangenehmen Stille, in der man das Blut in den Ohren Rauschen hört, und probieren sie deshalb mit allen Mitteln zu zerstören, wobei ich weiß Gott keine Ausnahme bin! Und obwohl ich auch viel zu viel rede sehne ich mich doch des öfteren nach menschen mit denen ich einfach nicht sprechen muss...
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Ich habe heute seit Ewigkeiten mal wieder einen Film gesehen, den ich auch als sehenswert erachte. Die Geschichte ist recht leicht erzählt, der Weltverbesserer Mux Mäuschenstill (Achtung sehr tiefschürfendes Wortspiel!) tut etwas. Er bestraft eiskalt alles und jeden, der gegen die Gesetze der Gesellschaft verstößt. Angefangen bei Schwarzfahrern, über Schwimmbeckenpinkler, Sprayer, Vergewaltiger, Diebe, ... Mux unterscheidet nicht zwischen Mord oder Diebstahl, Sachbeschädigung oder Handel mit Kinderpornographie...alle werden gestellt, aus "pädagogischen" Gründen vor laufender Kamera gedemütigt und an Ort und Stelle zur Kasse gebeten. Doch auch Mux ist am Ende nur ein Mensch mit Schwächen und Fehlern, und so beginnt sein Weltbild zu zerfallen, als die unkontrollierbare Macht der Liebe in sein Leben gepoltert kommt. Die Figur des Mux ist vor allem eins: sehr, sehr wiedersprüchlich. Mit welchem Recht demütigt er Menschen, die sich "kleiner" vergehen schuldig gemacht haben auf sehr unappetitliche Art und Weise? Warum misst er mit zweierlei Maß, was seine Vergehen anbelangt und die seiner Umwelt, wo er doch so überzeugt ist von der Wichtigkeit und dem höheren ideellem Sinn seiner Aktionen? Und warum schwankt man den ganzen Film zwischen, naja er könnte mir fast, aber wirklich nur fast sympathisch sein, und was für ein wiederliches Arschloch?
Ein beklemmender Lowbudget Film, der reichlich Stoff für Diskussionen bietet...
zum Abschluss noch nen schickes Zitat aus MUXäusschenstill:
"Ich bin kein Held, denn jedes Land hat die Helden, die es verdient. Michael Schumacher ist ein Held, weil er schnell um die Kurven fährt und keine Steuern zahlt."