an diesem entzückenden ersten mai zur abwechslung mal an eine buchrezension
Darf ich vorstellen: Monsieur Gabriel García Márquez
Erinnerung an meine traurigen Huren ("Memoria de mis putas tristes") aus dem Jahre 2004
"Im neunzigsten Jahr meines Lebens wollte ich mir zum Geburtstag eine liebestolle Nacht mit einem unschuldigen Mädchen schenken.", so beginnt die Geschichte eines älteren Herren, welcher im gesetzten Alter von 90 Jahren zum ersten Mal das Wunder der Liebe erlebt, die Liebe zu einer 14jährigen, schlafenden Schönheit (das oben genannte unschuldige mädchen). An und für sich nichts besonderes, wenn dieser ältere Herr nicht sein Leben lang nur Huren gevögelt, und die Liebe konsequent aus seinem Leben ausgeschlossen hätte. Die Story lebt von dezenten Rückblicken auf sein Leben und auf seine bezahlten Mädchen, ohne in erotische alte Männer Phantasien oder zu detailierte Beschreibungen abzudriften,
Thematisiert werden das Älterwerden, die Vergänglichkeit und das Leben... Trotz oder gerade aufgrund der eigentlichen Schwere der Thematik verliert der Protagonist während der Erzählung nie seine ihm eigene humoristische Unternote. Insgesamt gelingt es Marquez eine Stimmung heraufzubeschwören, die fesselt, und Sehnsucht nach Leben und Liebe erzeugt.
Sprachlich und stilistisch ein durchweg gelungenes buch, welches durch seine Kürze besticht (159seiten)...also immer dran denken: "Stirb ja nicht, bevor Du das Wunder erlebt hast, aus Liebe zu vögeln" ^^