02.12.05

Arthur Rimbaud

Die Schaumgeborene

Wie aus einer grünen Regentonne taucht der Kopf der Frau
mit den braunen eingeölten Haaren.
Augen zeigt sie-: Teufel, mir wird flau!
Und dann die Nase: warzig, platt und schnapserfahren.

Dazu paßt der fette Nacken haargenau,
auch die Schultern. Und wo irgendwann mal Brüste waren,
hängen Lederschläuche schleimig grau,
hängen bis zum Bauch herunter und ersparen

mir den Anblick jener Stelle zwischen Wanst
und dem Aufbruch der massiven Schenkelknochen.
Um auf diesem Düngerhaufen auch nur eine

leise Spur von Schönheit zu entdecken,
mußt du deine schärfsten Mikroskope holen.
Laß dir nachher Mohnsaft kochen
Und dann tu ihr, ...was du nicht lassen kannst.

kirchner.jpg

Posted by Zissa at 02.12.05 17:15 | TrackBack
Comments

Hahahahah! Das ist doch mal Poesie! -nicht wie dieses barocke Rumgeschwafel über nächtliche Hafeneinsamkeit und göttlichen Segen...Nein! Lederschleuche (oh mann!) müssens sein!
hoohohohhohoh

Posted by: lotti at 02.12.05 17:20
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