Es ist Herbst, der Sommer ist vorbei, nicht mehr lange bis zum ersten Schnee, bis zur Kälte und Stille des Winters. Es ist bekanntermaßen die Zeit der „Herbstdepressionen“. Ich für meinen Teil finde die Bezeichnung nicht ganz angebracht, da oft der entschiedende Fehler begangen wird, Melancholie mit Depressionen zu verwechseln.
Depressive Gedanken sind ein Abgrund, ein alles positive verleugnendes, einnehmendes Gefühl. Es ist egoistisch und lässt anderen Gedanken keinen Raum zur Entfaltung. Die Denkweise ist schroff eingegrenzt, lodert unangenehm in Habachtstellung und wartet auf Nahrung. Objektive Sichtweisen, soweit gedanken die die eigene person betreffen je objektiv sein können, sind kaum noch möglich, alles wird in Schemen gepresst, von Seiten betrachtet die der Depression Antrieb geben, wodurch der Blickwinkel und die Betrachtungsweise in eine richtung tendieren, welche immer im Sinne der negativen Gedanken ist . Das Resultat ein Teufelskreis aus Selbsthass, Selbstzweifel und Hoffnungslosigkeit. Dadurch bedingt ist die Wirkung einer Depression stark selbstzerstörerisch, eher psychisch als physisch. Sie hat Einfluss auf sämtliche Lebensbereiche, hindert und hemmt, ohne das sich die betroffene Person dagegen zur Wehr setzten kann. Die Depression ist eine giftige spinne in deinem Nacken, die langsam die ganze Welt, in ihrer Üppigkeit und Lebensfreude, in all ihren Nuancen und Variationen verschwinden lässt hinter einem grauen zähklebrigen kokon, als Gefangener in seiner eigenen Gedankenwelt.
Die Melancholie hingegen ist ein sehr sanftes, leises und unaufdringliches Gefühl, ein Flor aus Ruhe und e mol klängen.
In ihrem Wesen ist sie konstruktiv, sie hindert nicht am alltäglichem Leben, hat nichts diktierendes in ihrer Art. Es liegt ihr eher anzuregen, sich zeit zu nehmen gedanken zu fassen, zu denken. Im gegensatz zur sich aufdrängenden, beherrschenden Depression, erdrückt einen die Melancholie nicht, ist nicht besitzergreifend, lässt einen nicht allein und frierend in einer düsteren kargen Seelenlandschaft zurück , sondern mit einem wohlig warmen Gefühl der Sehnsucht, bittersüß, willkommen….
in diesem sinne bonjour tristesse
nun, du hast die Umstände sehr gut erfasst...oh ja...aber mogreens muss ich recht geben, produktiv is dit alles nich...
aber bei der "Herbstdepression" handelt es sich doch eher um eine Mischung aus Depression und Melancholie -die Melancholie durch die herbstliche stimmung führt zur Depression und schwächt diese wieder ab, gehts in Melancholie über..usw...wieder mal ein Teufelskreis......
melanchonie iss auf jeden fall besser als ne depression da stimm ich dir zu, kann auch mal ganz nett sein sich mit ner portishead platte im bett zu verkrichen, aber so auf die dauer machts ein doch ziemlich fertig, ich mein da kann man irgendwie nich so viel energie mit freisetzen. also hoch die tassen!! es geht weiter!
Posted by: mogreens at 17.10.05 08:58sehr schön gesprochen!!!
du hast das metaphorische schreiben wirklich drauf:o)